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Kinderarztpraxis Zürich Wollishofen

Ausbau

Die im Inventar der Denkmalpflege verzeichnete Siedlung Im Moos der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABZ) stammt von 1954 und ist ein typischer Vertreter der Gartenstadt-Wohnsiedlungen. Augenfällig ist das Y-förmige Wohnhochhaus, welches das Gelenk bildet zwischen der fächerförmigen Zeilenbebauung gegen Westen und der frei angeordneten Hofbebauung an der Moosstrasse. Die Liegenschaft Moosstrasse 82, an der Kreuzung zur Paradiesstrasse gelegen, bildet zusammen mit dem kleinen Platz und dem Fuchsbrunnen den Auftakt zur Siedlung. Das ehemalige Ladenlokal besetzt die Ecke des Gebäudes. Entsprechend seiner prominenten Lage und als typischer Vertreter der 50-er Jahre zeigt sich das Lokal ausdrucksstark. Das auf massiver Säule ruhende Vordach akzentuiert den Eingang an der Ecke. Drei abstehende Schaukästen besetzen die Stirnfassade. Zwei feingliedrige Schaufenster auf Seite Moosstrasse schaffen einen direkten Bezug zwischen Innenraum und vorgelagertem Grünraum.

Ort
Zürich
Auftragsart
Direktauftrag
Bauherrschaft
Privat
Planung
2025
Realisierung
2025
Leistungen
Projekt- & Bauleitung
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Feine Doppelstützen mit vertikalen, gewellten Betonelementen dazwischen gliedern die Sockelfassade. Analog zu den anderen Wohnhäusern der Siedlung sind Türen und Schaufenster dunkelrot, die Elemente des Sockels grau und die darüber liegende Putzfassade ockerfarbig gehalten.

Das ehemalige Ladenlokal wurde lange als Büro und zuletzt als Yogastudio genutzt. Mit der neuen Funktion Kinderarztpraxis zieht wieder eine Art von Nahversorgung ein. Der Haupteingang konnte wieder geöffnet und ein grosser Teil des Sichtschutzes entfernt werden, so dass der Kopf der Siedlung wieder lebendig erscheint. In diesem Sinne hat die neue Empfangstheke ebenfalls eine dunkelrote Farbe und schafft so die Verbindung nach aussen.

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Die Raumeinbauten sind so angeordnet, dass die Grösse des ehemaligen Ladenlokals möglichst weiterhin wahrgenommen wird. Einerseits sind die Nebenräume Labor/ Vorbereitung und das Behinderten- WC wie auch der Medikamentenraum als aufgedoppelte Wandschicht versteckt. Andererseits sind die beiden Behandlungsräume in die Ecken gesetzt, so dass über die Diagonale ein maximal grosser Raum entsteht. Das Schrägstellen der Trennwände ermöglich ein Minimieren der Zimmer und einen möglichst durchgehenden, zentralen Erschliessungsraum. Und auch die mit grau-grünen Glasmosaik belegten Säulen bleiben damit frei im Zentrum. Der vordere Teil ist damit ein grosszügiger Empfangsbereich, wo auch problemlos Kinderwagen abgestellt werden können. Das Schaufenster dient dabei als Sitznische. Im hinteren Bereich wird ein offener Wartebereich geschaffen. Der originale Plattenboden mit 4-farbigem Muster wird im Eingangs- / Wartebereich nach aufwendigem Restaurieren wieder gezeigt. Die Nebenräume haben dafür einen zurückhaltenden, dunkelblauen Kautschukbelag. Kugelförmige Leuchten in verschiedenen Abhängehöhen geben dem Ganzen spielerisch Licht.

Als Kontrast zum farbigen, aber eher kühlen Eingangs-/ Wartebereich werden die Behandlungszimmer warm und hell ausgebildet. Die Zimmer zeigen sich von aussen als mit Eichenlamellen verkleidete Körper. So wird einerseits an die Lamellen der Fassade verwiesen wie auch anderseits genügend schallabsorbierende Fläche erzeugt. Gelbe, raumhohe Türen markieren die Eingänge. Eichenböden geben den Behandlungszimmern eine warme Raumstimmung. Sandfarbene Akustikelemente und ellipsenförmige Leuchten geben den Räumen oben einen Abschluss. Tische, Liegen und Gestelle sind abgestimmt aufeinander und halten sich zurück. Unterschiedlich farbige Stühle geben Fröhlichkeit.

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